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Vitamin D-Mangel wird oft überschätzt

28. Februar 2011 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Vitamin D-Mangel wird oft überschätzt In der dunklen Jahreszeit sehnen sich die Menschen nach Sonne und Licht. Das sichtbare Licht im Sonnenspektrum hellt unsere Stimmung auf. Unter Mitwirkung von UV-Strahlung produziert die Haut Vitamin D, eine Vorstufe des aktiven Hormons Calcitriol.

Da in den Wintermonaten die UV-Strahlung der Sonne nur schwach ist, nimmt die Vitamin D-Produktion der Haut ab. Dies zeigt sich bei vielen Menschen auch an den Blutwerten. Ein ausgeprägter Mangel an diesem Vitamin (Vitamin D-Werte unter ca. 10 Nanogramm) kann zu Knochenerweichung und Osteoporose führen. In Deutschland sind solch gefährliche Mangelerscheinungen jedoch selten, so die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Das Prohormon Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Kalzium-Spiegels beim Knochenaufbau. Eine Veröffentlichung des amerikanischen Institute of Medicine wies im Januar 2011 darauf hin, dass für die Knochengesundheit eine Vitamin D-Konzentration von 20ng/ml für fast alle Menschen ausreicht. Die Einnahme von Vitamin D-Präparaten ist nur in seltenen Fällen nötig, etwa wenn weitere Risikofaktoren für Osteoporose vorliegen. Die meisten Menschen füllen ihre Vitamin D-Speicher überdies in den Sommermonaten auf, sodass auch wenig Sonne im Winter keine Gefahren birgt.

Rund 80 Prozent des benötigten Vitamin D bildet der Körper selbst. Den Rest kann man über Nahrungsmittel wie Fisch oder Eier ausgleichen. Dennoch ist es ratsam, sich auch im Winter täglich mindestens eine Stunde ins Freie zu begeben – vor allem an sonnigen Tagen.

Es ist nicht empfehlenswert, durch Besuche im Solarium Vitamin einen D-Mangel auszugleichen. Die Nachteile durch die starke UV-Exposition und das damit erhöhte Hautkrebsrisiko sind zu groß. Zudem sind für die Produktion UV-B-Strahlen erforderlich, die in vielen Solarien nur einen sehr geringen Anteil des Spektrums bilden. Der UV-A-Anteil ist häufig stark überhöht, spielt aber bei der Vitamin D-Bildung keine Rolle.

Quelle: Newsletter Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention

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